Unser letzter Tag in Namibia beginnt erneut sonnig und heiß. Nach so viel Natur und Einsamkeit fordert mein Shopping-Gen Tribut. Meine drei Männer zockeln brav hinterher, zunächst zum Craft Centre in der Alten Brauerei. Das reichhaltige Angebot erschlägt uns alle ein wenig. Bald sitzen wir mit dem nächsten Softdrink im Innenhof.
Wuchtige Couchgarnituren für den afrikanischen Geschmack bewundernd schlendern wir über die Independence Avenue bis zum Zoo Park. Der Zoo ist lang geschlossen, aber die Grünanlage beherbergt immerhin einen Spielplatz mit von Luis und Carl heißgeliebtem Karussell. Hier verausgaben sich die beiden in der Mittagshitze noch einmal so richtig, bis Carl meldet "Eis!". Ja, das kam in Namibia bisher zu kurz. Aber in diesem schrägen Land findet man immer wieder das Unerwartete. So auch an der Ecke Indenpendence Ave./Poststraße: das Café Raith (?). In der kombinierten Bäckerei/Eisdiele sitzen wir auf einer Plattform mitten in der Fußgängerzone und können relativ unbeobachtet People Watching betreiben. Faszinierend, wer da so alles in der Mittagspause vorbeizieht. Businessleute ebenso wie weiße Farmer und Sandalen tragende Touristen, Ladys in High Heels und Leoparden-Look und die imposanten Herero-Damen.
Unser letzter Einkauf: Biltong, also Dörrfleisch, in einer Shopping mall, die uns fast einen umgekehrten Kulturschock einjagd. Hier sieht es ja aus wie in den KölnArcaden! Ein letztes Mal besteigen wir unsern Hillux, er hat jetzt 3.500 km mehr auf dem Tacho als vor der Reise - insgesamt 186.000. Hubert Hester schaut kaum hin, da nehmen wir die Wagenschlüssel gleich mit...(HH bemerkt es aber gerade noch rechtzeitig und so hoffen wir, dass die Schlüssel ihren Weg zurück zum Besitzer gefunden haben). Am Flughafen erwischt uns noch einmal das Matze Klein-Gefühl: Wie glücklich sind wir, als wir im Warteraum eine freie Steckdose zum Laden des Handys entdecken. Wir sind früh dran und bald kennen wir jeden Winkel des Hosea Kutako International Airports persönlich. So ist das eben in einem Land mit 2,3 Millionen Einwohnern. Nach einer recht turbulenten Nacht landen wir morgens um 6 Uhr in Frankfurt. Die Reise ist zu Ende, die mannigfachen Eindrücke und Erlebnisse werden wir nie vergessen.
Schnee, geschmückte Tannenbäume und Lebkuchen: Das gibt es für uns dieses Jahr nicht. Den Zauber der Jahreszeit suchen wir nicht warm vermummt an Buden mit Punsch und Maronen; wir überqueren den Äquator und feiern Weihnachten zwischen Erdmännchen und Elefanten. Lest mit und sendet uns Eure Ideen und Bemerkungen.
Montag, 9. Januar 2012
Sonntag, 8. Januar 2012
Neunzehnter Tag: Katutura
Das Projekt ist jedoch nicht ganz einfach zu finden. Zunächst denken wir, einer der Squatter hätte auch die auf unserer Else angezeigte Straße hinunter zum See zugebaut. Also drehen wir noch eine Ehrenrunde und bestaunen ausgiebig das bunte Treiben in den - mal mehr, mal weniger erbärmlichen - Townships. Angst haben wir nicht. Es herrscht eine sehr geschäftige, irgendwie auch geordnete Atmosphäre. "Die Leute sehen gar nicht traurig aus", stellt Luis fest. Sollten sie das?
Am Nachmittag beziehen wir wieder unser schönes Familienzimmer in der Pension Steiner. Es regnet, was Carl und Luis aber nicht davon abhält, der Hitze durch einen Sprung in den Pool zu entkommen. Wir schwimmen, spielen, lesen, bloggen bis wir gegen 18 Uhr zum Abendessen fahren. Da Carl wieder ganz gesund ist, kann auch er das schöne Ambiente und das gute Essen bei Luigi and the fish in vollen Zügen genießen. Nach einem kleinen Eklat habe ich das Vergnügen, die letzten Beiträge für diesen Blog verfassen zu dürfen. Aber auch unser letzter Abend in Namibia endet schließlich friedlich mit viel Herumgealbere im kleinen Garten der Pension.
Samstag, 7. Januar 2012
Achtzehnter Tag: Patient Carl
"Dad, ich muss kotzen!" beginnt der neue Tag früh morgens um 3. Vorsichtig luge ich aus dem Dachzelt, das ich mir heute mit Luis teile. Zwei Meter nebenan sehe ich Carls zerzaustes Köpfchen. Puh, wenigstens nicht das Zelt eingesaut, denke ich mir. Nach einer (vor allem für Jörg) unruhigen Nacht ist Carl auch nach Sonnenaufgang nicht wieder fit. Im Gegenteil: Das Kind glüht, das Fieberthermometer klettert auf fast 40 Grad. Nach dem Frühsück fahren wir durch die großzügigen, von viel Grün gesäumten Straßen von Tsumeb zum Krankenhaus. Dort können wir zwar medizinisches Gerät aus dem letzten Jahrhundert bewundern, ein Arzt ist aber nicht anwesend - es ist Sonntag.Wir landen in der Praxis von Dr. Badenhorst, der sich trotz des vollen Wartezimmers - in Tsumeb grassiert anscheinend ein heftiges Magen-Darm-Virus - viel Zeit für uns nimmt. Der Malaria-Test ist negativ, "aber das muss nichts heißen" be(un)ruhigt uns der Arzt. Auch der Urin wird untersucht, aber so richtig fündig wird der Doc nicht. Am Ende bekommen wir ein paar Fieberzäpfchen und die Wahl, Carl entweder zur Beobachtung ins Krankenhaus zu bringen oder die Reise nach Windhoek anzutreten und das Kind dabei gut im Auge zu behalten - wir entscheiden uns für Letzteres.
Gegen Mittag verabschieden wir uns von Kurt und Erika, die durch den Caprivi weiter Richtung Sambia fahren und verlassen Tsumeb. Außer Dr. Badenhorst und dem Freibad-Campingplatz haben wir nichts von der Stadt gesehen - schade, sie machte einen angenehmen Eindruck. Auf der geteerten B1 geht es untermalt von den 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär zügig voran. In Otjiwarongo stoppen wir für ein spätes Mittagessen, aber es ist Sonntag und zudem fast drei, so dass wir schließlich bei Wimpy's landen. Immerhin gibt es hier ausreichend der von Dr. Badenhorst empfohlene Medizin gegen Dehydrierung: Cola. Tatsächlich ist Carls Fieber gesunken und auch er isst eine Kleinigkeit.
Um sechs Uhr Abends steuern wir in Okahandia eine Pension an. Aber weder das Zimmer noch der Rest des Örtchens laden zum Verweilen ein. Ich nörgele ein wenig herum, so dass wir schließlich die Okapuka-Lodge kurz vor Windhoek ansteuern, die über ein gutes Restaurant verfügen und noch einmal richtig Afrika-Feeling versprühen soll. Carl und Luis sind begeistert: Vor dem offenen Barbereich der Lodge grasen Warzenschweine und Antilopen fast zum Anfassen nah. Wir sind es weniger: Das Zimmer kostet doppelt so viel wie am Telefon angekündigt. Aber wir sind k.o. und es ist ja auch wirklich sehr schön, also bleiben wir trotzdem. Carls Fieber ist wieder sehr hoch, und während Jörg mit ihm auf dem Zimmer bleibt essen Luis und ich in gedrückter Stimmung Spurenleser-Pfandl und Spaghetti mit Wild-Bolognese (die Küche der Lodge hat einen österreichischen Einschlag). Um 21 Uhr liegen wir alle im Bett - gute Nacht!
Um sechs Uhr Abends steuern wir in Okahandia eine Pension an. Aber weder das Zimmer noch der Rest des Örtchens laden zum Verweilen ein. Ich nörgele ein wenig herum, so dass wir schließlich die Okapuka-Lodge kurz vor Windhoek ansteuern, die über ein gutes Restaurant verfügen und noch einmal richtig Afrika-Feeling versprühen soll. Carl und Luis sind begeistert: Vor dem offenen Barbereich der Lodge grasen Warzenschweine und Antilopen fast zum Anfassen nah. Wir sind es weniger: Das Zimmer kostet doppelt so viel wie am Telefon angekündigt. Aber wir sind k.o. und es ist ja auch wirklich sehr schön, also bleiben wir trotzdem. Carls Fieber ist wieder sehr hoch, und während Jörg mit ihm auf dem Zimmer bleibt essen Luis und ich in gedrückter Stimmung Spurenleser-Pfandl und Spaghetti mit Wild-Bolognese (die Küche der Lodge hat einen österreichischen Einschlag). Um 21 Uhr liegen wir alle im Bett - gute Nacht!
Freitag, 6. Januar 2012
Siebzehnter Tag: Abschied von Etosha und Campen im Freibad
Die Nacht in Halali verläuft ruhiger als in Okaukujo, erst am frühen Morgren machen sich die ersten Vögel bemerkbar. Auch die Waschhäuser sind hier angenehmer. Beim Frühstück bewundern wir Glanzstare, einen Toko und beinahe zahme Erdhörnchen. Während wir das Lager räumen verschwinden Luis und Carl schnell noch einmal in Richtung des (relativ großen) Pools. Wenn die wüssten...
Im Konvoi fahren wir die vielen Schleifen in Richtung Namutoni, dem östlichsten Camp des Parks. Tiere sehen wir zunächst kaum und verlieren schließlich auch Erika und Kurt, die gemächlich hinter uns herzockeln. Schade, die beiden hatten nämlich eine recht intime Begegnung mit einem neugierigen Nashorn! Je mehr wir uns Namutoni nähern, desto mehr Tiere tauchen allmählich wieder auf - vor allem Antilopenarten, die wir noch nicht kennen wie Schwarznasenimpalas und Steinböckchen. Außerdem gelingen schöne Vogelfotos: Adler, Sekretärvogel und Marabu. In der Etosha-Pfanne sind mit dem Fernglas Hunderte Flamingos auszumachen - aber an dieser Stelle gibt es keine Möglichkeit, sich zu nähern.
Beim heutigen Hase-und Igel-Spiel gewinnen Kurt und Erika: sie sitzen bereits im Schatten unter einem Baum mitten in dem alten Fort, wo angeblich wenige deutsche Kämpfer einem Angriff der zahlenmäßig weit überlegenen Owambo tapfer getrotzt haben sollen. Naja... Wir picknicken und erkunden das Fort, bevor wir uns auf die letzte kleine Tour Richtung Ausgang aufmachen. Sehr zufrieden mit unseren Sichtungen, bei denen ja - bis auf Geparden - alles dabei war...oder doch nicht? Nochmal ein paar Elefanten wären schön. Am Wasserloch Namutoni und Klein-Okevi tummeln sich mal wieder Zebras, Antilopen und Gnus mit ihrem Nachwuchs - süß! In Groß-Okevi haben wir dann nochmal richtig Glück: eine Elefantenfamilie steht dort und trinkt. Wir beobachten sie ausgiebig, fahren dann eine kleine Schleife zum Wenden. Huch, da, zwischen den Bäumen, da sind ja noch mehr! Tatsächlich sind es mindestens 30, die dort im Stau stehen. In kleinen Gruppen, die Jungtiere immer schön in ihrer Mitte, schreiten sie ans Wasser, trinken und stolzieren dann Grünzeug mampfend davon. Das kleinste kommt ziemlich zum Schluss: ein Eli-Baby, das wahrscheinlich tatsächlich erst ein paar Wochen alt ist.
Beseelt und glücklich verlassen wir den Park. Die San vom Treesleeper Camp, denen wir eigentlich noch einen Besuch astatten wollten, sind leider nicht erreichbar. Wir "brettern" über die Teerpad nach Tsumeb - heute Abend sind wir wieder die Ersten.
Im Resort "Kupferquelle" bauen wir zu einem Spottpreis auf einer gepflegten Rasenfläche 50 Meter vom olympiagroßen Freibad unsere Dachzelte auf. Da wir früh dran sind, bleibt genug ZEit zum Schwimmen, Wäsche waschen und für ein gemütliches Feierabend-Bier. In der ganzen Anlage, die jedem deutschen Freibad wirklich in nichts nachsteht, befinden sich höchstens 15 Menschlein. Hallo? Ist das hier noch Afrika?? Es gibt einen Spielplatz sogar mit Trampolinen, gepflegte Sanitäranlagen und ein Hammer-Restaurant mit vier X-Box-Stationen für die Pänz. Das Essen ist auch wirklich sehr gut (alle Steaks in "Lady-" - und "Man"-Größe bestellbar, dazu eine reichhalte Auswahl an "Helga's" Soßen), aber bei Carl und Luis geht das heute unter.
Im Konvoi fahren wir die vielen Schleifen in Richtung Namutoni, dem östlichsten Camp des Parks. Tiere sehen wir zunächst kaum und verlieren schließlich auch Erika und Kurt, die gemächlich hinter uns herzockeln. Schade, die beiden hatten nämlich eine recht intime Begegnung mit einem neugierigen Nashorn! Je mehr wir uns Namutoni nähern, desto mehr Tiere tauchen allmählich wieder auf - vor allem Antilopenarten, die wir noch nicht kennen wie Schwarznasenimpalas und Steinböckchen. Außerdem gelingen schöne Vogelfotos: Adler, Sekretärvogel und Marabu. In der Etosha-Pfanne sind mit dem Fernglas Hunderte Flamingos auszumachen - aber an dieser Stelle gibt es keine Möglichkeit, sich zu nähern.
Beseelt und glücklich verlassen wir den Park. Die San vom Treesleeper Camp, denen wir eigentlich noch einen Besuch astatten wollten, sind leider nicht erreichbar. Wir "brettern" über die Teerpad nach Tsumeb - heute Abend sind wir wieder die Ersten.
Im Resort "Kupferquelle" bauen wir zu einem Spottpreis auf einer gepflegten Rasenfläche 50 Meter vom olympiagroßen Freibad unsere Dachzelte auf. Da wir früh dran sind, bleibt genug ZEit zum Schwimmen, Wäsche waschen und für ein gemütliches Feierabend-Bier. In der ganzen Anlage, die jedem deutschen Freibad wirklich in nichts nachsteht, befinden sich höchstens 15 Menschlein. Hallo? Ist das hier noch Afrika?? Es gibt einen Spielplatz sogar mit Trampolinen, gepflegte Sanitäranlagen und ein Hammer-Restaurant mit vier X-Box-Stationen für die Pänz. Das Essen ist auch wirklich sehr gut (alle Steaks in "Lady-" - und "Man"-Größe bestellbar, dazu eine reichhalte Auswahl an "Helga's" Soßen), aber bei Carl und Luis geht das heute unter.
Donnerstag, 5. Januar 2012
Sechzehnter Tag: Fotosafari
In dieser Nacht ist es heiss, die Luft steht im Zelt und irgendwelche Tiere -- vermutlich Nashörner -- beschallen die Nacht mit lautem "Huuurk-urk-urk!" Früh werde ich wach und scheuche beim Weg zum Waschhaus einen Schabrackenschakal auf, der eine Mülltonne durchwühlt. Der Platz wirkt morgens noch betrüblicher als tagsüber und ich werde froh sein, heute Abend woanders die Zelte aufbauen zu können.
Nach einem kurzen Frühstück bauen wir ab und verlassen diesen Ort für eine Foto-Fahrt bis zum Mittag. Solange es noch nicht zu heiß ist, wollen wir nach Tieren suchen.
Auf unserer ersten Fahrt finden wir zunächst zahlreiche Vögel: Riesentrappen, Perlhühner, einen Falken, Sekretärvögel und später Marabus.
Das Wasserloch Gemsbockvlakte teilen sich Springböcke, Zebras und ein prächtiger Oryx. Auf dem Weg nach Olifantsbad nähren mehrere frische, große Dunghaufen die Hoffnung auf Sichtung der Dickhäuter; die stellen sich dort zwar nicht ein, dafür sehen wir Kudus -- und Giraffen, die majestätisch zum Wasserloch schreiten. Um ihren Durst zu löschen, müssen sie jedoch reichlich umständlich ihre Vorderbeine spreizen, damit sie mit ihren langen Hälsen überhaupt das Wasser erreichen.
Da gegen Mittag jedoch kaum noch Tiere zu erwarten sind, schlagen wir den Rückweg nach Okaukuejo ein. Da! An einer nicht verzeichneten Wasserstelle kommt uns eine Elefantenherde entgegen! Aufgeregt und ein bisschen eingeschüchtert fotografieren wir sie, wie sie sich mit dem lehmigen Wasser bespritzen und dann weiter ziehen.
Weiter verwirren wir eine Straussenfamilie und werden von einem nicht enden wollenden Springbockwechsel aufgehalten. Zurück in Okaukueja kostet es uns ein wenig Geduld, den beiden Damen am Kiosk unsere Bestellung mitzuteilen; nach einem raschen Imbiss verbringen wir die Zeit der Mittagshitze mit der Inspizierung des Ladens -- alles sogar teurer als in Swakopmund -- der Ergänzung unserer Wasservorräte und Tanken.
Endlich brennt die Sonne nicht mehr wie die Strafe zorniger Owambo-Götter und wir brechen in Richtung Halali auf; hier wollen wir Kurt und Erika treffen und zelten. Natürlich nehmen wir zahlreiche Umwege, um Tiere zu finden; gleich auf unserem ersten Abstecher zur Salzpfanne machen wir vor uns einen Wagen aus, der gegenüber einem niedrigen Strauch angehalten hat und dessen Insassen sich auf einer Seite drängen. Fast würgt der Motor ab, als wir fest stellen, was er gesehen hat: Unmittelbar neben der Straße, im Schatten des Baumes hat sich hechelnd ein Löwenmännchen niedergelassen! Wir trauen uns kaum, das Fenster einen Spalt zu öffnen, um aufgeregt flüsternd das Tier zu fotografieren. Da! Der Löwe blickt zu uns und erhebt sich; alles bibbert mit Tränen in den Augen, doch er legt sich bloß wieder anders hin und hechelt weiter.
Auf unserem weiteren Weg treffen wir auf zwei Oryxe, die kämpfend ihre Hörner kreuzen. Schuldbewusst blicken Sie uns an, als sie uns bemerken. Wir taufen sie Luis und Carl und fahren weiter zum nächsten Wasserloch.
Auf Gnus und Zebras stoßen wir, Giraffen recken hinter Bäumen ihre Hälse. Zum ersten mal sehen wir Kuh-Antilopen und bestaunen eine ganze Herde Oryxe. Dann erreichen wir Halali; ob Kurt und Erika es auch geschafft haben? Doch der grüne Land Rover ist nirgends zu sehen und so beziehen wir nach dem Einchecken unseren Zeltplatz, machen uns frisch und ziehen in Richtung Restaurant. An unserem Tisch warten wir bereits eine knappe halbe Stunde auf jemanden, der unsere Bestellung entgegen nimmt, als Britta aufspringt: "Meine Eltern sind da!" In der buchstäblich letzten Sekunde haben sie es hierher geschafft. Zuletzt wurden sie durch den Anblick eines Löwen aufgehalten, der gerade ein Zebra gerissen hatte. Es gibt wieder einmal ein herzliches Wiedersehen; und weil inzwischen auch ein Kellner uns erkannte, feiern wir es mit Steaks, die auf ihren Gusseisen-Tellern brutzeln.
Das Wasserloch Gemsbockvlakte teilen sich Springböcke, Zebras und ein prächtiger Oryx. Auf dem Weg nach Olifantsbad nähren mehrere frische, große Dunghaufen die Hoffnung auf Sichtung der Dickhäuter; die stellen sich dort zwar nicht ein, dafür sehen wir Kudus -- und Giraffen, die majestätisch zum Wasserloch schreiten. Um ihren Durst zu löschen, müssen sie jedoch reichlich umständlich ihre Vorderbeine spreizen, damit sie mit ihren langen Hälsen überhaupt das Wasser erreichen.
Da gegen Mittag jedoch kaum noch Tiere zu erwarten sind, schlagen wir den Rückweg nach Okaukuejo ein. Da! An einer nicht verzeichneten Wasserstelle kommt uns eine Elefantenherde entgegen! Aufgeregt und ein bisschen eingeschüchtert fotografieren wir sie, wie sie sich mit dem lehmigen Wasser bespritzen und dann weiter ziehen.
Weiter verwirren wir eine Straussenfamilie und werden von einem nicht enden wollenden Springbockwechsel aufgehalten. Zurück in Okaukueja kostet es uns ein wenig Geduld, den beiden Damen am Kiosk unsere Bestellung mitzuteilen; nach einem raschen Imbiss verbringen wir die Zeit der Mittagshitze mit der Inspizierung des Ladens -- alles sogar teurer als in Swakopmund -- der Ergänzung unserer Wasservorräte und Tanken.
Endlich brennt die Sonne nicht mehr wie die Strafe zorniger Owambo-Götter und wir brechen in Richtung Halali auf; hier wollen wir Kurt und Erika treffen und zelten. Natürlich nehmen wir zahlreiche Umwege, um Tiere zu finden; gleich auf unserem ersten Abstecher zur Salzpfanne machen wir vor uns einen Wagen aus, der gegenüber einem niedrigen Strauch angehalten hat und dessen Insassen sich auf einer Seite drängen. Fast würgt der Motor ab, als wir fest stellen, was er gesehen hat: Unmittelbar neben der Straße, im Schatten des Baumes hat sich hechelnd ein Löwenmännchen niedergelassen! Wir trauen uns kaum, das Fenster einen Spalt zu öffnen, um aufgeregt flüsternd das Tier zu fotografieren. Da! Der Löwe blickt zu uns und erhebt sich; alles bibbert mit Tränen in den Augen, doch er legt sich bloß wieder anders hin und hechelt weiter.
Auf unserem weiteren Weg treffen wir auf zwei Oryxe, die kämpfend ihre Hörner kreuzen. Schuldbewusst blicken Sie uns an, als sie uns bemerken. Wir taufen sie Luis und Carl und fahren weiter zum nächsten Wasserloch.
Auf Gnus und Zebras stoßen wir, Giraffen recken hinter Bäumen ihre Hälse. Zum ersten mal sehen wir Kuh-Antilopen und bestaunen eine ganze Herde Oryxe. Dann erreichen wir Halali; ob Kurt und Erika es auch geschafft haben? Doch der grüne Land Rover ist nirgends zu sehen und so beziehen wir nach dem Einchecken unseren Zeltplatz, machen uns frisch und ziehen in Richtung Restaurant. An unserem Tisch warten wir bereits eine knappe halbe Stunde auf jemanden, der unsere Bestellung entgegen nimmt, als Britta aufspringt: "Meine Eltern sind da!" In der buchstäblich letzten Sekunde haben sie es hierher geschafft. Zuletzt wurden sie durch den Anblick eines Löwen aufgehalten, der gerade ein Zebra gerissen hatte. Es gibt wieder einmal ein herzliches Wiedersehen; und weil inzwischen auch ein Kellner uns erkannte, feiern wir es mit Steaks, die auf ihren Gusseisen-Tellern brutzeln.
Mittwoch, 4. Januar 2012
Fünfzehnter Tag: Giraffen und Bürokraten
Ein kurzes Frühstück -- wieder unter den wachsamen Augen des Klippschliefers, der es sich auf dem gleichen, schattigen Plätzchen bequem gemacht hat -- dann machen wir uns schweren Herzens auf den Weg. In dem Haus mit den hundert Winkeln und tausend Schätzen hat es uns gut gefallen.
Wieder einmal im Konvoi fahren wir zunächst in Richtung Outjo, einer ehemaligen Garnisonsstadt der Südwest-Truppe. Hier wollen wir Rast machen und Kurt möchte einen neuen Regler suchen. Wir finden die sehr gute "Bäckerei Outjo", wo auch warme Mahlzeiten angeboten werden: Hamburger, Pasteten und Hot Dogs, zum Nachtisch Apfelstrudel.
Leider hat kein Mechaniker geöffnet, also beschließen Kurt und Erika zurück zu bleiben und uns morgen abend in Halali zu treffen. Wieder einmal sind wir alleine unterwegs. Am Andersson-Gate füllen wir die Formulare aus, die zum Betreten des Etosha-Parks notwendig sind. Sogleich biegen wir ab, um am Ombika-Wasserloch unser Glück zu versuchen. Und wir haben Glück! Springböcke, Zebras und sogar Giraffen haben sich eingefunden. Wir machen Fotos und Oh! und Ah! und reißen uns endlich los.
Wir müssen noch unseren Zeltplatz in Okaukuejo organisieren. Sämtliche Zeltplätze des staatlich verwalteten Etosha sind Staatsbetriebe, was sich nicht völlig verbergen lässt. Bei der Anmeldung in Okaukuejo heißt es erst einmal warten; aus Gründen, zu deren Verständnis langjähriger Staatsdienst nötig ist, kann man nämlich die Aufenthaltsgebühr für den Etosha nicht beim Eintritt bezahlen, dort wird nur ein Formular ausgefüllt; auch kann man die Etosha-Gebühr nicht bei der gleichen Beamtin entrichten wie die Zeltplatzgebühr. Die Damen sind freundlich, arbeiten jedoch mit der Geschwindigkeit tektonischer Platten.
Endlich ist es geschafft und wir suchen unseren Zeltplatz auf. Dieser liegt inmitten einer staubigen, mit wenigen Bäumen bewachsenen Fläche auf denen vereinzelt die Waschhäuser stehen. Bevor wir zur nachmittäglichen Foto-Safari aufbrechen, suchen die Kinder und Britta den Pool auf und ich stürze mich in das bürokratische Labyrinth, das zum Erwerb einer Waschmünze durchlaufen werden muss.
Unser Weg führt uns heute nach Norden, vorbei an grasenden Springböcken, Gnus und Zebras.Vor uns hält ein anderes Fahrzeug gegenüber einem niedrigen Baum. Unsere ersten Löwen sind kaum zu erkennen, so, wie sie im Hohen Gras liegen. Weiter geht die Fahrt, doch nicht besonderes ist zu entdecken. Auf der Rückfahrt jedoch sehen wir in 200 Metern eine Löwin durch hohe Gras schleichen. Sie scheint etwas zu wittern, läßt sich aber wieder nieder.
Wir bauen die Dachzelte auf, erfrischen uns und schlendern zum Restaurant, wo uns ein Buffet erwartet. Die Köche hinter der Garfläche scherzen laut mit den Gästen und machen ein wenig Theater. Ich gehe mir selbst und Luis noch einmal Nachschlag holen und wir stellen wieder einmal fest: Namibia ist nichts für Vegetarier. Es ist bereits dunkel, als wir auf dem Rückweg zu den Zelten einen Abstecher zur beleuchteten Wasserstelle machen. Wir werden belohnt mit Giraffen, die hier ihren Durst löschen -- und sogar zwei Nashörnern. Satt und zufrieden kriechen wir unter die Moskitonetze und in unsere Schlafsäcke
Wieder einmal im Konvoi fahren wir zunächst in Richtung Outjo, einer ehemaligen Garnisonsstadt der Südwest-Truppe. Hier wollen wir Rast machen und Kurt möchte einen neuen Regler suchen. Wir finden die sehr gute "Bäckerei Outjo", wo auch warme Mahlzeiten angeboten werden: Hamburger, Pasteten und Hot Dogs, zum Nachtisch Apfelstrudel.
Leider hat kein Mechaniker geöffnet, also beschließen Kurt und Erika zurück zu bleiben und uns morgen abend in Halali zu treffen. Wieder einmal sind wir alleine unterwegs. Am Andersson-Gate füllen wir die Formulare aus, die zum Betreten des Etosha-Parks notwendig sind. Sogleich biegen wir ab, um am Ombika-Wasserloch unser Glück zu versuchen. Und wir haben Glück! Springböcke, Zebras und sogar Giraffen haben sich eingefunden. Wir machen Fotos und Oh! und Ah! und reißen uns endlich los.
Wir müssen noch unseren Zeltplatz in Okaukuejo organisieren. Sämtliche Zeltplätze des staatlich verwalteten Etosha sind Staatsbetriebe, was sich nicht völlig verbergen lässt. Bei der Anmeldung in Okaukuejo heißt es erst einmal warten; aus Gründen, zu deren Verständnis langjähriger Staatsdienst nötig ist, kann man nämlich die Aufenthaltsgebühr für den Etosha nicht beim Eintritt bezahlen, dort wird nur ein Formular ausgefüllt; auch kann man die Etosha-Gebühr nicht bei der gleichen Beamtin entrichten wie die Zeltplatzgebühr. Die Damen sind freundlich, arbeiten jedoch mit der Geschwindigkeit tektonischer Platten.
Endlich ist es geschafft und wir suchen unseren Zeltplatz auf. Dieser liegt inmitten einer staubigen, mit wenigen Bäumen bewachsenen Fläche auf denen vereinzelt die Waschhäuser stehen. Bevor wir zur nachmittäglichen Foto-Safari aufbrechen, suchen die Kinder und Britta den Pool auf und ich stürze mich in das bürokratische Labyrinth, das zum Erwerb einer Waschmünze durchlaufen werden muss.
Unser Weg führt uns heute nach Norden, vorbei an grasenden Springböcken, Gnus und Zebras.Vor uns hält ein anderes Fahrzeug gegenüber einem niedrigen Baum. Unsere ersten Löwen sind kaum zu erkennen, so, wie sie im Hohen Gras liegen. Weiter geht die Fahrt, doch nicht besonderes ist zu entdecken. Auf der Rückfahrt jedoch sehen wir in 200 Metern eine Löwin durch hohe Gras schleichen. Sie scheint etwas zu wittern, läßt sich aber wieder nieder.
Wir bauen die Dachzelte auf, erfrischen uns und schlendern zum Restaurant, wo uns ein Buffet erwartet. Die Köche hinter der Garfläche scherzen laut mit den Gästen und machen ein wenig Theater. Ich gehe mir selbst und Luis noch einmal Nachschlag holen und wir stellen wieder einmal fest: Namibia ist nichts für Vegetarier. Es ist bereits dunkel, als wir auf dem Rückweg zu den Zelten einen Abstecher zur beleuchteten Wasserstelle machen. Wir werden belohnt mit Giraffen, die hier ihren Durst löschen -- und sogar zwei Nashörnern. Satt und zufrieden kriechen wir unter die Moskitonetze und in unsere Schlafsäcke
Dienstag, 3. Januar 2012
Vierzehnter Tag: zu Besuch bei den Himba
Heute schlafen wir vier aus; Kurt und Erika sind schon lange wach, als ich endlich gewaschen und erfrischt zu ihnen komme. Auf dem Weg begegne ich einer Manguste und Eidechsen krabbeln vor mir davon. Irgendwann sitzen auch Britta und die Kinder am Frühstückstisch, über das von einem Felsen ein Klippschlieffer wacht.
Luis und Carl hüpfen so rasch wie sie dürfen in den Pool, Kurt setzt sich mit Sudoku-Rätseln auf eine Liege und ich vervollständige meine Notizen für dieses Tagebuch.
In der Zwischenzeit fahren Britta und Erika nach Kamanjab, um Geld zu holen und Grillgut für heute abend einzukaufen. Im Kühlregal des Supermarktes gibt es nur Hühnerleber und Boerewoorst, also versuchen sie es an der Fleischtheke. "Haben Sie Rumpsteak oder Sirloin?" Fragt Britta die Verkäuferin, welche jedoch den Kopf schüttelt. "Bitte zeigen Sie uns ihre besten Fleischstücke", versucht Britta es dann. Unsicher zieht sich die Verkäuferin eine Plastiktüte über die Hand und hebt ein paar Lappen aus dem Haufen vor ihr hoch. Mit ihrer Fleischtüte stellen sich Britta und Erika an der Kasse an, gleich hinter einer Himba-Dame -- erkennbar an ihrer rötlichen Haut, dem Eisenschmuck um Fuß- und Handgelenken, der Haar- und der Abwesenheit übriger Tracht.
Kurz nach Mittag: "Der gehört mir!" übersetzt Maria die Rufe der Himba-Kinder, die Luis beim Arm genommen haben. "Und der hier mir!" rufen die anderen, die Carl auf diese Weise in ihr Dorf begleiten. Vor einer halben Stunde holte Maria Kurt, Britta, die Kinder und mich für unseren Besuch im Himba-Dorf ab. Dort, so erzählt sie uns, lebten 35 Waisenkinder bei den Frauen und Männern. Die Himba gehörten bis vor 150 Jahren zu den Herero, blieben jedoch bei deren Wanderungen im Norwesten Namibias zurück. Dort wurden Sie von den einwandernden Nama ausgeraubt, dezimiert und vertrieben, so dass die Flüchtlinge zum Überleben betteln mussten. Daher ihr Name: "Himba" heißt nichts anderes als "Bettler". Inzwischen haben sie es wieder zu Wohlstand gebracht, was nach Himba-Maßstäben umfangreiche Vieh- und Ziegenherden bedeutet. Zivilisatorische Errungenschaften wie Strom und fließendes Wasser behandeln sie als im Vergleich zu ihren Traditionen überflüssig.
Von Maria erfahren wir, dass von den Waisenkindern viele zur Schule in Kamanjab gefahren werden, wo auch zwei ihrer eigenen Kinder Unterricht bekommen. Dann sind wir schon im Dorf, wo besagte Kinder sich neugierig auf Luis und Carl stürzen. Runde, strohgedeckte Hütten -- aus Kuhdung und Lehm gebaut, wie Maria erläutert -- stehen im Kreis um den Kälberkral in der Dorfmitte. Im Schatten der Hütten und Bäume sitzen zwei Himba-Damen und schwatzen mit einer Herero-Frau; diesen werden wir als erste vorgestellt: "Moro, periwi?" werden wir gefragt, was Maria uns auf dem Weg als "guten Tag, wie geht es?" beigebracht hat. "Naua, okuhepa", antworten wir artig: "gut, danke." Wir werden ausgefragt über die Familienbeziehungen, wo wir herkämen, ob das weit sei usw.
Uns wird die Haartracht aus Ziegenleder der verheirateten Frauen erklärt sowie die Gamaschen aus Eisenperlen und der Handgelenkschmuck. Der Halsschmuck wird sechsfach aus Palmenblättern geflochten, wobei Britta bei der nächsten Gruppe hilft. Wir bieten ihr an, sie in drei Jahren wieder abzuholen, aber sie möchte lieber zur Dorfältesten-Hütte mit dem heiligen Feuer davor mitkommen. Das heilige Feuer dient dem Dorf als Kanal zu den Ahnen, hier werden Zeremonien gefeiert wie Hochzeiten, Geburten und das Ausschlagen der unteren Schneidezähne.
Wir dürfen in der Hütte Platz nehmen, wobei Maria uns darauf hinweist, dass Frauen rechtsherum eintreten und Männer nach links.
Eine Himba-Dame zeigt uns, wie sie mit Rauch ihre Morgentoilette macht -- bei den Himba dürfen nur die Männer sich mit Wasser waschen -- und wie man die aus Ocker, Butter und gemahlenen Kräutern gefertigte Paste aufträgt.
Unter einem Baum liegt eine Frau, die sich von anderen die Zöpfe neu flechten lässt. Dabei wird reichlich Asche mit eingeflochten, als Schutz gegen Ungeziefer. Überall wuseln Kinder nahe ihren Müttern herum. Ein kleines Mädchen krabbelt von hinten gegen Kurt, der es gerührt in den Arm nimmt.
Wir treffen Luis und Carl spielend bei ihren neuen Freunden; Carl hatte sich als erster auf sie eingestellt und ihnen sein Taschenflugdrachen gezeigt, aber auf Luis ist inzwischen aufgetaut.
Zum Schluss begleiten uns einige Frauen zu einem aus Latten und Ästen gebauten Gestell, das ihnen als Laden dient. Britta gefällt eine Kette, Luis beschwatzt Carl so lange, bis er einwilligt, dass sie sich zwei gleiche Armbänder aus Eisenperlen und einer Nuss kaufen lassen.
Zurück am Filmhaus verabschieden wir uns von Maria, die Kinder hüpfen noch einmal in den Pool und ich genehmige mir eine Dusche, dann wird der Grill angeschmissen. Es wird spät unter dem südlichen Sternenhimmel
In der Zwischenzeit fahren Britta und Erika nach Kamanjab, um Geld zu holen und Grillgut für heute abend einzukaufen. Im Kühlregal des Supermarktes gibt es nur Hühnerleber und Boerewoorst, also versuchen sie es an der Fleischtheke. "Haben Sie Rumpsteak oder Sirloin?" Fragt Britta die Verkäuferin, welche jedoch den Kopf schüttelt. "Bitte zeigen Sie uns ihre besten Fleischstücke", versucht Britta es dann. Unsicher zieht sich die Verkäuferin eine Plastiktüte über die Hand und hebt ein paar Lappen aus dem Haufen vor ihr hoch. Mit ihrer Fleischtüte stellen sich Britta und Erika an der Kasse an, gleich hinter einer Himba-Dame -- erkennbar an ihrer rötlichen Haut, dem Eisenschmuck um Fuß- und Handgelenken, der Haar- und der Abwesenheit übriger Tracht.
Kurz nach Mittag: "Der gehört mir!" übersetzt Maria die Rufe der Himba-Kinder, die Luis beim Arm genommen haben. "Und der hier mir!" rufen die anderen, die Carl auf diese Weise in ihr Dorf begleiten. Vor einer halben Stunde holte Maria Kurt, Britta, die Kinder und mich für unseren Besuch im Himba-Dorf ab. Dort, so erzählt sie uns, lebten 35 Waisenkinder bei den Frauen und Männern. Die Himba gehörten bis vor 150 Jahren zu den Herero, blieben jedoch bei deren Wanderungen im Norwesten Namibias zurück. Dort wurden Sie von den einwandernden Nama ausgeraubt, dezimiert und vertrieben, so dass die Flüchtlinge zum Überleben betteln mussten. Daher ihr Name: "Himba" heißt nichts anderes als "Bettler". Inzwischen haben sie es wieder zu Wohlstand gebracht, was nach Himba-Maßstäben umfangreiche Vieh- und Ziegenherden bedeutet. Zivilisatorische Errungenschaften wie Strom und fließendes Wasser behandeln sie als im Vergleich zu ihren Traditionen überflüssig.
Von Maria erfahren wir, dass von den Waisenkindern viele zur Schule in Kamanjab gefahren werden, wo auch zwei ihrer eigenen Kinder Unterricht bekommen. Dann sind wir schon im Dorf, wo besagte Kinder sich neugierig auf Luis und Carl stürzen. Runde, strohgedeckte Hütten -- aus Kuhdung und Lehm gebaut, wie Maria erläutert -- stehen im Kreis um den Kälberkral in der Dorfmitte. Im Schatten der Hütten und Bäume sitzen zwei Himba-Damen und schwatzen mit einer Herero-Frau; diesen werden wir als erste vorgestellt: "Moro, periwi?" werden wir gefragt, was Maria uns auf dem Weg als "guten Tag, wie geht es?" beigebracht hat. "Naua, okuhepa", antworten wir artig: "gut, danke." Wir werden ausgefragt über die Familienbeziehungen, wo wir herkämen, ob das weit sei usw.
Uns wird die Haartracht aus Ziegenleder der verheirateten Frauen erklärt sowie die Gamaschen aus Eisenperlen und der Handgelenkschmuck. Der Halsschmuck wird sechsfach aus Palmenblättern geflochten, wobei Britta bei der nächsten Gruppe hilft. Wir bieten ihr an, sie in drei Jahren wieder abzuholen, aber sie möchte lieber zur Dorfältesten-Hütte mit dem heiligen Feuer davor mitkommen. Das heilige Feuer dient dem Dorf als Kanal zu den Ahnen, hier werden Zeremonien gefeiert wie Hochzeiten, Geburten und das Ausschlagen der unteren Schneidezähne.
Montag, 2. Januar 2012
Dreizehnter Tag: Geheimnishaus und Stachelschweine
Noch einmal frühstücken wir unter dem Mopane-Baum, wieder in Gesellschaft der jungen Katze. Luis und Carl haben sie "Mamizia" getauft. Dann geht es mit dem Wagen auf's staubige Waschbrett. Während der Fahrt möchten die Kinder wieder "Die geheime Benedikt Gesellschaft" hören. Doch es rumpelt so laut, dass Reynies, Klebers, Kates und Constances Abenteuer kaum zu verstehen sind.
In Khorixas machen wir kurz Pause. Wir tanken und versuchen vergeblich, einen Geldautomaten zu finden, dafür winken ganz viele Schwarze mit Makalani-Nüssen und wollen unsere Namen wissen.
In Kamanjab ist die "Pension Oase", wo Kurt und Erika die Nacht verbringen wollten, dank Else rasch gefunden. Doch das Haus hat deutlich geschlossen: Tor verriegelt, Läden unten, ein Zettel am Zaun.
Etwas weiter die Straße hinauf steht jedoch eine weitere Herberge, das "Oppi Koppi". "Ja, ein deutsches Ehepaar übernachtete hier," bestätigt die Tochter der Wirte. "Sie sind heute morgen in einem grünen Land Rover mit deutschem Kennzeichen abgefahren." Das ist eindeutig.
Wir klappern noch die Geldautomaten im Ort ab. Vorher hält uns jedoch eine Militärstreife ab. "Guten Tag, wie geht es Ihnen? Wo kommen Sie her? Khorixas? In Ordnung." Alle beide Geldautomaten des Ortes stehen in geschlossenen Supermärkten, also geht es wieder auf die Landstraße und nach einem verwirrten Augenblick des Rechtsverkehrs in Richtung des Treffpunkts.
Von der Landstraße fahren wir ab auf eine Sandpiste, die sich zwischen vereinzelten Bäumen, Ziegenherden und an einem Dorf vorbei windet. Dann stehen wir vor einem in eine Felsengruppe gebauten Haus: Der Onjowewe Lodge. Davor parkt bereits der bekannte grüne Landy mit Krefelder Kennzeichen, aus dem Schatten laufen uns die Großeltern entgegen und wieder einmal feiern wir Wiedersehen. Zunächst verstauen wir die Vorräte im Gasbetriebenen Kühlschrank, der in der Küche im Erdgeschoss steht.Wir steigen die Treppe zum Wohnbereich herauf. Hier ist alles offen und luftig gebaut, wir werden das Haus in den nächsten zwei Tagen mit seinen ständigen Bewohnern teilen: Vögel und Eidechsen.
An der Terrasse ist der Grillplatz gemauert und es geht eine Holztreppe zum Pool herunter. Eine Treppe führt hinauf zu unserem Schlafzimmer und öffnet man dort eine weitere Tür, führen Bretterwege durch, um und auf die Felsen. Von hier aus kann man weit über die Baum- und Strauchbewachsene Ebene blicken. Während wir unsere Sachen einräumen, käschern die Kinder den Pool sauber und hüpfen hinein.
Zum Abendessen lädt Kurt uns ins Oppi Koppi ein. Zu sechst klettern wir in den Landy -- die zweite Batterie ist abgeklemmt, offenbar ist es der Regler, der defekt ist, und auch den Thermostaten des Kühlschranks hat es erwischt -- und rumpeln zurück nach Kamanjab. Das Oppi Koppi bietet eine einfache, aber viel versprechende Speisekarte, einen Pool, drei Hunde und einen jungen Springbock, der sich aber selbst zu den Hunden zählt. Luis und Carl versuchen, ihn anzulocken und schließlich wird ihre Mühe auch belohnt. Der Trick: etwas Salz auf die Handfläche streuen.
Für den Abend hat Kurt sich etwas besonderes ausgedacht: Durch die Dämmerung suchen wir nach der Abzweigung zum "Porcupine Camp". Doch das Schild ist kaum zu sehen, wir müssen nach dem Weg fragen und als wir ankommen, ist es bereits dunkel.
Doch die Vorstellung hat noch nicht begonnen: der Haufen Gemüse liegt noch unangetastet im Scheinwerferlicht vor der Veranda. Wir bestellen Getränke, die Eigentümerin hält einen kurzen Vortrag über Stachelschweine, ihre verschiedenen Stachelhaare und da! Schon erscheint eines der Tiere und nähert sich vorsichtig dem Futter, probiert zögernd und verschwindet wieder. Dann kommt das nächste und schon bald schubsen sich sieben dieser Tiere um die Futterstelle. Ein Stachelschwein kommt sogar auf die Veranda; die Eigentümer hatten es als Jungtier gefunden, großgezogen und wieder ausgewildert.
Es ist spät geworden, als wir wieder am Filmhaus sind. Britta und ich tragen die schlafenden Kinder hinauf und decken Sie unter dem Moskitonetz zu.
Von der Landstraße fahren wir ab auf eine Sandpiste, die sich zwischen vereinzelten Bäumen, Ziegenherden und an einem Dorf vorbei windet. Dann stehen wir vor einem in eine Felsengruppe gebauten Haus: Der Onjowewe Lodge. Davor parkt bereits der bekannte grüne Landy mit Krefelder Kennzeichen, aus dem Schatten laufen uns die Großeltern entgegen und wieder einmal feiern wir Wiedersehen. Zunächst verstauen wir die Vorräte im Gasbetriebenen Kühlschrank, der in der Küche im Erdgeschoss steht.Wir steigen die Treppe zum Wohnbereich herauf. Hier ist alles offen und luftig gebaut, wir werden das Haus in den nächsten zwei Tagen mit seinen ständigen Bewohnern teilen: Vögel und Eidechsen.
Zum Abendessen lädt Kurt uns ins Oppi Koppi ein. Zu sechst klettern wir in den Landy -- die zweite Batterie ist abgeklemmt, offenbar ist es der Regler, der defekt ist, und auch den Thermostaten des Kühlschranks hat es erwischt -- und rumpeln zurück nach Kamanjab. Das Oppi Koppi bietet eine einfache, aber viel versprechende Speisekarte, einen Pool, drei Hunde und einen jungen Springbock, der sich aber selbst zu den Hunden zählt. Luis und Carl versuchen, ihn anzulocken und schließlich wird ihre Mühe auch belohnt. Der Trick: etwas Salz auf die Handfläche streuen.
Sonntag, 1. Januar 2012
Zwölfter Tag: Buschmannbilder und Damara
Kurt und Erika mussten sich erneut von uns trennen: die Zusatzbatterie stinkt immer noch, sie können in ihrem Zelt darüber nicht mehr schlafen. Also fahren sie voraus nach Kamanjap -- selbst wenn sie dort keinen Mechaniker finden sollten, so können sie in einer Pension ohne Batteriegestank nächtigen.
Wir vier machen uns auf den Weg nach Twyvelfontein, um uns dort auf einer Tour zu den Felszeichnungen führen zu lassen. Den Weg dorthin finden wir zunächst nicht, also fragen wir in der Twyvelfontein Country Lodge in der Nähe. Hinter einem Weg durch eine Felsgruppe erhebt sich die Lodge, davor plätschert ein Wasserfall in einen mit Rasen umwachsenen Pool: Hier möchte ich Mittagspause machen.
Die Anmeldung zur Tour liegt hinter einem staubigen Parkplatz; beim Aussteigen entdeckt Carl, dass es unter dem Wagen tropft. Ich krabbele unter das Fahrzeug, es ist Wasser, das aus dem Überlauf des Wasserkühlers zu kommen scheint. Visionen von einem kochenden Motor auf der Wüstenpiste nehmen mir die Entspanntheit.
Unser Führer, ein Damara, geleitet uns zusammen mit einem Krakauer Paar das wir bereits in Xaragu kennen lernten, den Felsen von Tywelfontein hinauf. Eine angeblich fünftausend Jahre alte Ritzung der Buschleute auf Sandstein soll Wasserstellen bezeichnen. Dann kommen wir an ein Rinnsal im Felsen; auf der kurzen Grasfläche davor dienen die Steine den Eidechsen als Sessel, von denen aus sie sich am Insekten-Buffett bedienen: die "zweifelhafte Quelle", die Twyvelfontein den Namen gab.
Weiter geht es zu einem großen überhängenden Felsen. Unter diesen sind mit Ocker Bilder von Jägern und Tieren gemalt.
Zeit für Fotos und für eine Trinkpause. Ein paar Felsen weiter kommen wir zu einer weiteren Quelle, die unser Führer mit der Handpumpe betreibt. Die Kinder erfrischen sich, ich fülle zwei Flaschen mit dem trinkbaren Wasser. Zurück am Auto stelle ich fest, dass der Wasserkühler randvoll ist, auch die Motortemperatur bleibt auf dem Weg zur Tywelfontein Lodge im sicheren Bereich. Wir lassen uns zu einem Tisch führen und bedienen uns am Buffet: ein Koch brutzelt frisches Fleisch vom Huhn, Rind oder Springbock für uns, dazu sucht man sich die Soße und das mit zu bratende Gemüse aus. Die Kinder essen reichlich, und auch ich lasse mir Nachschlag geben.
Dann fahren wir zum "lebenden Museum", dem nachgebauten Dorf der Damara hinter einem Sandsteinfelsen. Unsere Führerin namens Xenia (?) Stellt uns den Dorfältesten vor, dann beginnt die Führung mit der "Apothekerin": uns werden die verschiedenen Pflanzen des Busches und ihre Verwendung erklärt; es gibt eine, die zu Hustentee aufgegossen wird und sehr aromatisch riecht, eine andere, die gegen Bauchschmerzen wirkt und eine andere, deren Tee man bei Blähungen nehmen soll. Besonders wichtig: ein wildes Getreide, das zu Grütze verarbeitet wird -- und zu Bier, wie wir an einem von Bienen umschwirrten Gärgefäß vorgeführt bekommen.
Es folgt eine Vorführung des Gerbens an einer Ziegenhaut und bei den "Juwelieren" dürfen Luis und Carl beim Bohren der Straußeneierschalen mithelfen. Besonders beeindruckend: drei Männer drehen dir Spitze eines Stabes aus Hartholz in einer vorgebohren Mulde eines Stückes weichen Holzes, dazu wird getrockneter Dung gestreut. Sie wechseln sich ab, bis eine kleine Glut im Dungpulver entsteht; dieses überträgt einer der Männer vorsichtig und unter blasen in ein Nest aus trockenem Gras, das schließlich Feuer fängt.
Der "Schmied" ist ebenso kurz angebunden wie als "Gerber", dann folgt der wohl obligatorische Tanz. Endlich geht es auf die halbstündige Buschwanderung, auf die uns ein Jäger und ein kleiner Junge begleitet, der schon die ganze Zeit von Luis und Carl fasziniert schien. Uns werden die Pflanzen des Busches und ihr Nutzen erklärt, der Jäger simuliert das Anschleichen und schießt seinen Bogen ab. Luis und Carl dürfen es auch einmal versuchen. Eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Kleintierfall wird aus einem großen flachen Stein, Zweigen und einer Schnur gebastelt.
Beim Kunsthandwerkladen am Ausgang kriegt Luis einen Nashorn-Anhänger und Carl einen kleinen Bogen mit Köcher. Zurück im Xaragu-Camp hüpfen die Kinder in den kleinen Pool. Später, nach einem leichten Abendessen, verballern die Kinder die Reste der mitgebrachten Böller und entfache ich ein gemütliches Lagerfeuer -- mit Feuerzeug, wie kunstlos -- zu dem sich die Familie und auch eine junge Katze gesellen.
Wir vier machen uns auf den Weg nach Twyvelfontein, um uns dort auf einer Tour zu den Felszeichnungen führen zu lassen. Den Weg dorthin finden wir zunächst nicht, also fragen wir in der Twyvelfontein Country Lodge in der Nähe. Hinter einem Weg durch eine Felsgruppe erhebt sich die Lodge, davor plätschert ein Wasserfall in einen mit Rasen umwachsenen Pool: Hier möchte ich Mittagspause machen.
Die Anmeldung zur Tour liegt hinter einem staubigen Parkplatz; beim Aussteigen entdeckt Carl, dass es unter dem Wagen tropft. Ich krabbele unter das Fahrzeug, es ist Wasser, das aus dem Überlauf des Wasserkühlers zu kommen scheint. Visionen von einem kochenden Motor auf der Wüstenpiste nehmen mir die Entspanntheit.
Zeit für Fotos und für eine Trinkpause. Ein paar Felsen weiter kommen wir zu einer weiteren Quelle, die unser Führer mit der Handpumpe betreibt. Die Kinder erfrischen sich, ich fülle zwei Flaschen mit dem trinkbaren Wasser. Zurück am Auto stelle ich fest, dass der Wasserkühler randvoll ist, auch die Motortemperatur bleibt auf dem Weg zur Tywelfontein Lodge im sicheren Bereich. Wir lassen uns zu einem Tisch führen und bedienen uns am Buffet: ein Koch brutzelt frisches Fleisch vom Huhn, Rind oder Springbock für uns, dazu sucht man sich die Soße und das mit zu bratende Gemüse aus. Die Kinder essen reichlich, und auch ich lasse mir Nachschlag geben.
Der "Schmied" ist ebenso kurz angebunden wie als "Gerber", dann folgt der wohl obligatorische Tanz. Endlich geht es auf die halbstündige Buschwanderung, auf die uns ein Jäger und ein kleiner Junge begleitet, der schon die ganze Zeit von Luis und Carl fasziniert schien. Uns werden die Pflanzen des Busches und ihr Nutzen erklärt, der Jäger simuliert das Anschleichen und schießt seinen Bogen ab. Luis und Carl dürfen es auch einmal versuchen. Eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Kleintierfall wird aus einem großen flachen Stein, Zweigen und einer Schnur gebastelt.
Beim Kunsthandwerkladen am Ausgang kriegt Luis einen Nashorn-Anhänger und Carl einen kleinen Bogen mit Köcher. Zurück im Xaragu-Camp hüpfen die Kinder in den kleinen Pool. Später, nach einem leichten Abendessen, verballern die Kinder die Reste der mitgebrachten Böller und entfache ich ein gemütliches Lagerfeuer -- mit Feuerzeug, wie kunstlos -- zu dem sich die Familie und auch eine junge Katze gesellen.
Samstag, 31. Dezember 2011
Elfter Tag: Bummel und Batterieprobleme
Wieder geht es über Waschbrett-Pisten durch die Landschaft; auf und ab wie auf der Achterbahn zwischen gelb geblichenen Gräsern, dazwischen stehen ein paar spärliche Bäume. In Uis machen wir Mittagspause an einem Rastplatz, wo wir Cola und Fanta zu unseren Brötchen kaufen. Zum ersten Mal seit über dreißig Jahren trinke ich wieder Fanta Ananas -- ich hatte gehofft, es wäre Limette. Luis pflichtet mir bei, dass das Zeug eklig ist. Hinter Uis biegen wir auf eine D-Straße ins Damara-Land ab.
Die Landschaft ändert sich, rote Sandsteinfelsen erheben sich aus der Ebene; im Gegenlicht leuchtet das trockene Gras gelber, der Himmel wirkt im Kontrast blauer, hier und da tupft ein Baum einen grünen Fleck in die Landschaft. Wir kommen an Tywelfontein vorbei und an dem "lebenden Museum", einem nachgebauten ursprünglichen Damara-Dorf. Hierhin wollen wir morgen unseren Ausflug unternehmen. Wir melden uns im Xaragu-Camp für Übernachtung und Abendessen an. Kaum haben wir unsere Dachzelte aufgebaut und eingerichtet, treffen auch Kurt und Erika ein. Kurt konnte in Omaruru zwar keine neue Batterie erhalten, dafür kaufte er im Kunsthadwerk-Laden ein hübsche geschnitzte Dose.
Freitag, 30. Dezember 2011
Zehnter Tag: Savannenwanderung und Dornen im Schuh
Kurt erwägt, zu verzweifeln. Dabei hatte der Tag so gut begonnen: unser erstes Camping-Frühstück zu sechst. Knäcke- und Früchtebrot, Butter und Streichkäse, Himbeer- und Limettenmarmelade und natürlich Kaffee vom Gaskocher. Auch der Ausflug für den Vormittag wird geplant: gestern hatte uns die freundliche Frau Kögel Karten für die Sehenswürdigkeiten auf Ihrer Farm mitgegeben: Ein Wanderweg führt zu Steinzeichnungen in der Phillips-Höhle, etwas weiter haben bei Bull's Party Jahrtausende sandiger Winde bizarre Formen aus dem roten Sandstein geformt.
Doch die Stimmung ist trüb und Kurt ratlos: wieder springt der Landy nicht an und die Zusatzbatterie gast. Es gibt kein Schaltbild zur Beschreibung der nachträglich eingebauten Verkabelung. Schließlich die Erleuchtung: der Schutzschalter gegen Tiefentladung steht auf "Aus". Mit banger Hoffnung, dass es dies tatsächlich war, verlassen wir nach Fremdstart den Campingplatz. Auf der Sandpiste zu unserem ersten Halt gibt es nicht viel zu sehen, außer einer Tüte Klorollen aus dem Laderaum des Vorausfahrers. Merke: auf Wellblechpiste Kofferraumklappe nicht nur zuziehen, sondern abschließen.
Auf dem Parkplatz angekommen muss erst einmal der Wanderweg gefunden werden: Aha, am Fels entlang rechts. Und schon geht es im Gänsemarsch mit vier Liter Wasser im Gepäck los. Frau Kögel hat dafür sorgen lassen, dass sich niemand auf ihrer Farm verläuft, weiße Doppelpfeile zeigen in engen Abständen an, wo es lang geht.
Großeltern wie Kinder klettern erstaunlich flink den Pfad zwischen Stein und Büschen entlang. Einzige Hindernisse: Bunte Eidechsen, die uns fotogen von Felsen zunicken.
Eine gute halbe Stunde und einen Liter Wasser später erreichen wir die Phillips-Höhle im roten Sandstein. Antilopen, Jäger und eine riesige Giraffe malten vor Jahrtausenden Buschleute mit Ocker an die Rückwand unter einem breiten Überhang. Wir machen Fotos, rasten, verbrauchen dabei einen weiteren Liter Wasser und zögern den Moment des Aufbruchs unter die höher gestiegene Sonne heraus. Aber es hilft nichts, also wird zurück marschiert.
An der Wegkreuzung zur Bull's Party laufen wir vorbei, und nehmen statt dorthin zu wandern lieber wieder die Autos. Das geht schneller, fühlt sich aber nicht so verdient an.
Und so kehren wir nach nur kurzem Aufenthalt bei den gewaltigen Felsen wieder zurück zum Camp. Luis und Carl dürfen noch einmal im Pool planschen während wir einer freien Unterkunft mit Abendessen hinterhertelefonieren. Leider ist das Abendessen auf der Orunduquea Farm ausgebucht, und es soll auch nur einen freien Campingplatz geben.
Also halten wir noch einmal in Usakos, um Grillfleisch zu holen. Die Auswahl in den zwei Märkten im Ort erweist sich als dürftig, aber wir werden nicht verhungern. "Da vorne, ein Gelbschnabeltoko!" Von einem Baum neben der Straße zur Orunduquea-Farm flattert einer der großen Vögel mit dem auffälligen Schnabel auf. Wieder einmal ist es Britta, die als erste die Fauna erkennt. Oder nicht? Ein paar Meter weiter betrachten uns neugierig unsere ersten Impalas. Ohne den Halt hätten wir sie übersehen.
Herr Sibold weist uns zu unserem Campingplatz unter halb der Bungalow-Anlage. Die meisten anderen Plätze sind leer, wir können im Schatten unter ein paar hohen Bäumen bleiben. Wieder werden die Zelte aufgebaut und aus dem harten Brennholz ein Feuer entfacht. Die gekauften Kotletts entpuppen sich als Kasseler, was ja auch auf der Packung steht. Uns schmeckt es trotzdem.

Ein Pfad führt an der Anlage vorbei zu einem Wasserloch und wir nehmen auf der Bank davor Platz. Doch Luis beklagt sich laut: hier gibt es Dornen, die durch die Sohlen seiner Kroks hindurch stechen. Auch Carl befällt das gleiche Schicksal und sogar Britta spürt sie. Die Tierschau am Wasserloch muss ohnehin ausfallen, die Kinder können einfach nicht still halten. Schade, dabei entgeht ihnen ein Warzenschwein.
Doch die Stimmung ist trüb und Kurt ratlos: wieder springt der Landy nicht an und die Zusatzbatterie gast. Es gibt kein Schaltbild zur Beschreibung der nachträglich eingebauten Verkabelung. Schließlich die Erleuchtung: der Schutzschalter gegen Tiefentladung steht auf "Aus". Mit banger Hoffnung, dass es dies tatsächlich war, verlassen wir nach Fremdstart den Campingplatz. Auf der Sandpiste zu unserem ersten Halt gibt es nicht viel zu sehen, außer einer Tüte Klorollen aus dem Laderaum des Vorausfahrers. Merke: auf Wellblechpiste Kofferraumklappe nicht nur zuziehen, sondern abschließen.
Auf dem Parkplatz angekommen muss erst einmal der Wanderweg gefunden werden: Aha, am Fels entlang rechts. Und schon geht es im Gänsemarsch mit vier Liter Wasser im Gepäck los. Frau Kögel hat dafür sorgen lassen, dass sich niemand auf ihrer Farm verläuft, weiße Doppelpfeile zeigen in engen Abständen an, wo es lang geht.
Eine gute halbe Stunde und einen Liter Wasser später erreichen wir die Phillips-Höhle im roten Sandstein. Antilopen, Jäger und eine riesige Giraffe malten vor Jahrtausenden Buschleute mit Ocker an die Rückwand unter einem breiten Überhang. Wir machen Fotos, rasten, verbrauchen dabei einen weiteren Liter Wasser und zögern den Moment des Aufbruchs unter die höher gestiegene Sonne heraus. Aber es hilft nichts, also wird zurück marschiert.
Herr Sibold weist uns zu unserem Campingplatz unter halb der Bungalow-Anlage. Die meisten anderen Plätze sind leer, wir können im Schatten unter ein paar hohen Bäumen bleiben. Wieder werden die Zelte aufgebaut und aus dem harten Brennholz ein Feuer entfacht. Die gekauften Kotletts entpuppen sich als Kasseler, was ja auch auf der Packung steht. Uns schmeckt es trotzdem.
Ein Pfad führt an der Anlage vorbei zu einem Wasserloch und wir nehmen auf der Bank davor Platz. Doch Luis beklagt sich laut: hier gibt es Dornen, die durch die Sohlen seiner Kroks hindurch stechen. Auch Carl befällt das gleiche Schicksal und sogar Britta spürt sie. Die Tierschau am Wasserloch muss ohnehin ausfallen, die Kinder können einfach nicht still halten. Schade, dabei entgeht ihnen ein Warzenschwein.
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Neunter Tag: Zebras und die alte Dame
Noch einmal wird Frühstück im Hotel genossen, Geld abgehoben und der Supermarkt geplündert. Mit vollen Kühltruhen geht es Richtung Erongo-Gebirge, Kurt und Erika folgen uns in Sichtweite. Wir haben Asphalt, also kann ich die Kinder mit einer Lesung der "Geheimen Benedikt Gesellschaft" unterhalten. Luis ringt mit seiner Verdauung, weshalb wir häufig Pausen einlegen müssen.
Zur Mittagszeit machen wir einen Abstecher in Richtung Spitzkoppe. Dort führt eine Gemeinschaft vom Damara-Stamm einen Rastplatz, in dessen Restaurant uns der freundliche Manager unser Mitgebrachtes picknicken lässt. Kurt meint, auf dem Weg einen Wüstenwaran gesehen zu haben. Auf dem Weg zur Ameib-Ranch, unserer Station für die Nacht, geht es Luis dank Imodium wieder besser. Wir biegen im Örtchen Usakos ab und fahren sogleich wieder wie auf Wellblech. Auf dem Weg zur Farm übersehen wir beinahe eine Herde Zebras! Die Tiere zeigen jedoch alles andere als Neugier, so dass wir nur noch ihre Hinterteile fotografieren können.
Auf der Ameib Farm werden wir zur Anmeldung zu Frau Kögel geleitet. Der Hof beherbergt einige große Köcherbäume, drinnen wirkt die Dame trotz ihres Alters gut gelaunt; sie scherzt mit Kurt und wünscht uns fröhlich einen angenehmen Aufenthalt. Ein Angestellter geleitet uns zum umzäunten, sauber aufgeräumten Camping-Platz. In der Nähe des etwas klein geratenen einzigen Waschhauses lädt ein Pool zum Abkühlen ein, was Luis und Carl auch gleich annehmen. Kaum sind die Zelte aufgebaut, werfe ich Brennholz in den Grill. Die "heavy-duty" Alufolie bewährt sich wieder einmal als unverzichtbares Zubehör und schon bald bruzeln Steaks und Würste über dem Feuer.
Zur Mittagszeit machen wir einen Abstecher in Richtung Spitzkoppe. Dort führt eine Gemeinschaft vom Damara-Stamm einen Rastplatz, in dessen Restaurant uns der freundliche Manager unser Mitgebrachtes picknicken lässt. Kurt meint, auf dem Weg einen Wüstenwaran gesehen zu haben. Auf dem Weg zur Ameib-Ranch, unserer Station für die Nacht, geht es Luis dank Imodium wieder besser. Wir biegen im Örtchen Usakos ab und fahren sogleich wieder wie auf Wellblech. Auf dem Weg zur Farm übersehen wir beinahe eine Herde Zebras! Die Tiere zeigen jedoch alles andere als Neugier, so dass wir nur noch ihre Hinterteile fotografieren können.
Auf der Ameib Farm werden wir zur Anmeldung zu Frau Kögel geleitet. Der Hof beherbergt einige große Köcherbäume, drinnen wirkt die Dame trotz ihres Alters gut gelaunt; sie scherzt mit Kurt und wünscht uns fröhlich einen angenehmen Aufenthalt. Ein Angestellter geleitet uns zum umzäunten, sauber aufgeräumten Camping-Platz. In der Nähe des etwas klein geratenen einzigen Waschhauses lädt ein Pool zum Abkühlen ein, was Luis und Carl auch gleich annehmen. Kaum sind die Zelte aufgebaut, werfe ich Brennholz in den Grill. Die "heavy-duty" Alufolie bewährt sich wieder einmal als unverzichtbares Zubehör und schon bald bruzeln Steaks und Würste über dem Feuer.
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Achter Tag: Bummeln und Mechaniker
Beim Frühstück zieht Kurt ein langes Gesicht: der Landy ist wieder nicht angesprungen. Da muss er heute wohl wieder zum Mechaniker. Wir anderen fahren aus Swakopmund heraus zu "Daredevil Adventues". Dort gibt es einen Rundkurs, auf dem wir die Kinder für nur 200 Namib-Dollar Quads fahren lassen wollen. Dabei ein kurzer Schreck: Blinker und auch Warnlicht sind im Eimer. Unser Autovermieter, Herr Hester, gibt uns telefonisch die Nummer eines Mechanikers durch.
Doch zunächst zum Quadfahren: der Herr hinter der Anmeldung bedauert: leider seien alle seine Mitarbeiter derzeit mit Gästen auf Tour, so dass niemand Luis und Carl beaufsichtigen könne, während diese ihre Runden drehten. Sobald aber einer frei sein, könnten die Kinder fahren. Nachdem etliche weitere Kunden eingetroffen und mit angeblich nicht vorhandenen Mitarbeitern losgefahren sind, geben wir auf. Die Kinder dürfen ein paae Schritte weiter Bungee-Trampolin springen, dann geht es zurück ins Hotel.
Unser Mechaniker versucht am Telefon gar nicht erst, uns den Weg zu erklären. Stattdessen schickt er uns seinen Sohn, der Britta und mir vorausfährt. Luis und Carl bleiben solange bei Oma. Eine Viertelstunde und eine ausgetauschte Sicherung später machen wir uns zum ausgedehnten Bummeln auf den Weg. Einen Imbiss gibt es in einer Konditorei. Luis und Carl kriegen Schinkentoast, wir essen Käsestreusel und Karamelcreme-Torte. Dann nehmen wir uns Linzer Törtchen, Schokokringel und Florentiner mit zum Bummeln durch die Läden.
Leider darf ich Luis und Carl aber keine Buschhüte kaufen. Den Tag beschließen wir im "Tug", wo die Kellner fein und die Speisen gut sind.
Doch zunächst zum Quadfahren: der Herr hinter der Anmeldung bedauert: leider seien alle seine Mitarbeiter derzeit mit Gästen auf Tour, so dass niemand Luis und Carl beaufsichtigen könne, während diese ihre Runden drehten. Sobald aber einer frei sein, könnten die Kinder fahren. Nachdem etliche weitere Kunden eingetroffen und mit angeblich nicht vorhandenen Mitarbeitern losgefahren sind, geben wir auf. Die Kinder dürfen ein paae Schritte weiter Bungee-Trampolin springen, dann geht es zurück ins Hotel.
Unser Mechaniker versucht am Telefon gar nicht erst, uns den Weg zu erklären. Stattdessen schickt er uns seinen Sohn, der Britta und mir vorausfährt. Luis und Carl bleiben solange bei Oma. Eine Viertelstunde und eine ausgetauschte Sicherung später machen wir uns zum ausgedehnten Bummeln auf den Weg. Einen Imbiss gibt es in einer Konditorei. Luis und Carl kriegen Schinkentoast, wir essen Käsestreusel und Karamelcreme-Torte. Dann nehmen wir uns Linzer Törtchen, Schokokringel und Florentiner mit zum Bummeln durch die Läden.
Leider darf ich Luis und Carl aber keine Buschhüte kaufen. Den Tag beschließen wir im "Tug", wo die Kellner fein und die Speisen gut sind.
Dienstag, 27. Dezember 2011
Siebter Tag: In der Wüste tanzt die weiße Dame
Heute rollen wir noch früher aus den Betten als Tags zuvor, denn unsere Wüstentour mit "Living Desert Adventures" soll beginnen, während es noch kühl ist. Verschlafen stopfe ich die Kinder in ihre Klamotten und Britta torkelt zum Supermarkt, um Frühstück zu kaufen. Wir schlingen es irgendwie herunter, dann stehen wir schon vor dem Hotel und kurz darauf hält vor uns ein sandfarbener Geländewagen.
Douglas, ein rotgesichtiger, knorrig wirkender Einheimischer begrüßt uns auf deutsch. Wir steigen in den Land Rover zur bereits wartenden dreiköpfigen chinesisch-deutschen Familie und fahren los, um den Wagen mit den übrigen Teilnehmern zu treffen und Chris, unseren Führer. Chris wirkt sportlich und geradezu jugendlich, obwohl er etwa Mitte vierzig sein müsste. Er merkt sich unsere Namen, dann geht es mit den Fahrzeugen durch das trockene Bett des Swakop und in die Dünen.
Douglas erklärt uns, dass das Grün im Flussbett noch von den Regenfällen im März stammt. Der Fluss verhindere, dass Swakopmund unter den Dünen versinkt, die nach Nordosten zögen. Alle paar Jahre führe der Fluss Wasser und spüle den Sand davon. Douglas zeigt auf alte Brückenpfeiler in Richtung Mündung; dort stand eine Eisenbahnbrücke, die vor achtzig Jahren fort gespült wurde. Es wurde eine neue Bahnlinie gebaut, die jedoch inzwischen der Sand verschüttet hat. Am Rande einer mannshohen Düne lässt Chris halten. Er hält zunächst eine kurzen Ansprache über die Übel des Quadfahrens in der Wüste -- ein Thema, das ihm offenbar am Herzen liegt und uns darin erinnert, dass wir Luis und Carl morgen eine Runde auf Quads spendieren wollten.
Dann erklärt er uns den Lebenskreislauf der Wüste: der Nordostwind weht aus dem Landesinneren totes Pflanzenmaterial hierher, das sich unter den Leeseiten der Dünen sowie unter den Wüsten-Sukkulenten sammelt. "Muesli" nennt Chris das, und der Tau sei dazu die Milch.
Silberfische und Käfer wie "Toc-Tocs" ernährten sich davon, und von diesen leben etliche Jäger. Einen davon führt Chris uns auch gleich vor. An der Leeseite der Düne waren uns bereits tellergroße helle Stellen aufgefallen. Um eine dieser Stellen räumt er weiträumig den Sand fort, um den Bau des Tieres nicht zu verschütten. Dann buddelt er der Röhre nach, die eine halbe Armlänge tief in die Düne reicht. Blitzartig richtet er sich auf und ein Kinderfaust großes Knäuel rollt die Düne herab. Unten angekommen, tänzelt die Spinne um sich herum, das vordere Beinpaar in Angriffshaltung.
Chris erklärt uns, das beides, das herabrollen lassen und tänzeln, typisch sei für die Dancing White Lady. Ein paar Fotos später geht es wieder in die Fahrzeuge.
Wir fahren langsam zwischen die Dünen weiter, dann hat Chris eine geschlängelte Spur im Sand entdeckt und lässt uns wieder aussteigen und fragt unser Wissen ab: "Was hat diese Spur hinterlassen? "Eine Schlange", meint ein Tourgast. "Aber nein, ich hatte es doch erklärt!" "Ein Skink!" weiß jemand anderes. Chris hat die Beine- und Augenlose Echse rasch ausgegraben. "Es ist noch langsam, weil der Sand noch nicht warm ist," erklärt uns Chris. Wer saubere Hände hat und möchte, kann das Tier auf die Handfläche bekommen. Natürlich möchte ich, und Luis und Carl probieren ihre neuen Kameras aus.
Das nächste Tier, dessen Spur Chris entdeckt wohnt in einer Sandhöhle, die nur durch den frischen Sand davor zu erkennen ist. Es ist ein Geckoweibchen dessen rosa Körper leicht durchsichtig wirkt. Nachdem Fotoshooting gräbt Chris ihm eine Höhle in den feuchten Sand, in der es buddelnd verschwindet.
An einem Geröllfeld halten wir abermals. Einer der Steine hat sich bewegt. Erst als wir näher herankommen erkennen wir das dunkle Tier: Ein Chamäleon. Chris ist ganz aufgeregt: wie man am hohen Rücken und den gelben Streifen am Hals erkennen könne, ist dies ein Männchen, und die seien hier weit seltener anzutreffen als die Weibchen. "Die Männchen haben einen ganz anderen Charakter als die Weibchen, sie sind viel aggressiver," so erklärt uns Chris, während der Chamäleonmann die zugeworfenen Würmer verschmäht. Chris wird leicht gebissen, als er das Tier auf die Hand nimmt. "Schaut nur, wie er sich dunkel macht, der ärgert sich richtig." Chris lässt das Reptil wieder auf den Boden, wo es sich gelb verfärbt und davon eilt.
"Da hinten ist noch eins, diesmal ein Weibchen!", ruft Chris uns zu einer anderen Stelle. Frau Chamäleon zeigt eine hellbraun-rosa Farbe, lässt sich zutraulich von Chris auf die Hand nehmen und nimmt gerne die angebotenen Käfer und Würmer an.
Dann geht es wieder weiter die Dünen hinauf, wo Chris uns die verschiedenen Sandarten erklärt: hellen groben Quarzsand, dunkleren feinen, roten Granat-Sand -- und schwarzen Sand. Chris holt einen Magneten hervor und zieht damit die feinen schwarzen Körnchen vom Boden an. Carl kriegt diesen auf Handfläche und Arm gehäuft, die Dann vom Magneten nach unten gezogen werden: Magnetit-Sand. Es folgt eine Fahrt hoch auf die Dünen zwischen zwei weiten Ebenen. Die Wolken über dem Küstenstreifen verziehen sich, in der Ferne sieht man Swakopmund.
Nach dem Ende der Tour setzt Douglas uns wieder am Hotel ab. Mit Kurt und Erika bummeln wir am Nachmittag durch die Stadt. Die Stimmung ist gelöst, denn der Landy funktioniert wieder. Wir spazieren die Strandpromenade entlang zum Plantsch-Spielplatz, den Kinder so gerne besuchen wollten. Britta und Erika setzen sich ins Café "Altes Brauhaus" während Luis und Carl auf Wasserrutschen und Hüpfburgen spielen. Abendessen gibt es heute im "Ocean Basket", das aus gutem Grund überfüllt ist. Glücklicherweise haben wir reserviert und können uns für Sushi und Garnelen ausgiebig Zeit nehmen.
Montag, 26. Dezember 2011
Sechster Tag: Seebären an Bord
Eine Nacht in echten Betten -- Luxus! Kein Wunder, dass wir schwer aus den Federn finden und erst um Viertel nach acht die Großeltern zum Frühstück treffen. Jetzt aber schnell los, um Viertel vor zehn müssen wir in Walfis Bay am Yachthafen stehen. Doch der Wagen springt nicht an -- wir hatten vergessen, am Vorabend die Kühltruhe abzuschalten. Nun ist Fremdstarten gefragt. Kurt setzt sich in den Land Rover -- aber der springt auch nicht an. Mit Hilfe unserer Wirtin und ihres Wagens kriegen wir unseren Toyota ans Laufen und machen uns auf den Weg, einen ratlosen Kurt zurück lassend. Mit einer Viertelstunde Verspätung erreichen wir den Yachtanleger von Walfis Bay. Die Frau des Skippers empfängt uns mit Klemmbrett und roter Zipfelmütze. "Ach da sind Sie ja. Bitte kommen Sie mit." An Läden, Cafés und einem zutraulichen, von chinesischen Touristen umringtem Pelikan vorbei folgen wir Ihr zur Landungsbrücke.
Diesen Ausflug hatte ich mir weniger beengt vorgestellt. Zu mehr als zwei Dutzend Gästen drängen wir uns auf dem 36-Fuß Katamaran -- die Besatzung nicht mitgerechnet. Immerhin stellt sich der erste Gast-Star kurz nach dem Ablegen ein: Ein drei Jahre junger Seebär hievt sich an Bord, dem sehr schnell Platz gemacht wird.
Unser Skipper erklärt uns einiges über diese Tiere, während er ihn mit Sardinen füttert: Sie sammeln sich zu dieser Jahreszeit auf einer Sandbank am Eingang der Bucht. Dort konkurrieren die älteren, kräftigeren Bullen um die Harems. Unserem Gast werden einige Sardinen ins Meer geworfen, denen er gierig folgt -- jedenfalls denen, die sich nicht die Möwen aus der Luft schnappen.
Weiter geht es unter Motor durch die Bucht. Getränke werden angeboten und belegte Brote. Einmal noch verlangsamen wir die Fahrt für einen neuerlichen Seebär-Besuch; ein jüngeres Tier kommt an Bord, wird aber sogleich von einem größeren Bullen vertrieben, der die Gäste am Heck mit seiner plötzlichen Ankunft erschreckt.
Dann erreichen wir die Landzunge, an deren Ende der Leuchtturm von Walfis Bay steht. Am Strand liegt das Wrack eines Leichters, der vor Jahrzehnten dort gestrandet ist. An Austernzuchten vorbei geht es zum Eingang der Bucht, wo sich die Seebären auf dem Sand drängeln und davor durchs Wasser flitzen.

Da! Kurz zeigt sich ein Tümmler ganz nahe am Boot. Wir bleiben jedoch nicht lange -- nahe einem Flach tiefer in der Bucht sollen sich noch mehr von diesen aufhalten.
Auf dem Weg dorthin werden Fleisch- und Fischhäppchen serviert -- und Jede Menge Austern. Neugierig probiert Carl den salzig-milden Schwabbel, Luis zeigt weniger Mut.
Schließlich entschließt sich der Skipper, das Segelboot auch als solches zu nutzen. Der Motor verstummt und raumschots geht es zurück zum Anleger. Wir bekommen noch einmal Besuch von einem Seebären, nachdem die Segel umständlich und wenig gekonnt geborgen wurden -- merke: Beim Bergen der Rollfock Schot fieren! -- dann stehen wir wieder an Land und werden von einem neugiereigen Pelikan begrüßt.
Zurück in Swakopmund besichtigen wir zusammen mit Kurt die alte Landungsbrücke. Hier an der Küste sorgt die von Süden kommende Benguela-Strömung nicht nur für eisiges Wasser -- 15 Grad sollen es heute sein -- sondern auch für einen streifen diesiger Wolken über der Küste. Dazu bläst ein kalter Wind und vertreibt uns schon bald von der langen Holzkonstruktion. Wir marschieren an altem Amtsgericht und Leuchtturm zur Mole, wo gerade Hüpfburgen abgebaut werden, sehr zu Luis und Carl Enttäuschung. Morgen weerden wir früher mit ihnen herkommen, versprechen wir.
Abendessen gibt es im Lighthouse Pub and Restaurant -- wo wir aber nicht wieder hin müssen; Erikas Muscheln sind geradezu hart gekocht, alles wirkt ein wenig schmuddelig. Dafür entschädigt der Rückweg an den alten Häusern der Stadt entlang.
Diesen Ausflug hatte ich mir weniger beengt vorgestellt. Zu mehr als zwei Dutzend Gästen drängen wir uns auf dem 36-Fuß Katamaran -- die Besatzung nicht mitgerechnet. Immerhin stellt sich der erste Gast-Star kurz nach dem Ablegen ein: Ein drei Jahre junger Seebär hievt sich an Bord, dem sehr schnell Platz gemacht wird.
Unser Skipper erklärt uns einiges über diese Tiere, während er ihn mit Sardinen füttert: Sie sammeln sich zu dieser Jahreszeit auf einer Sandbank am Eingang der Bucht. Dort konkurrieren die älteren, kräftigeren Bullen um die Harems. Unserem Gast werden einige Sardinen ins Meer geworfen, denen er gierig folgt -- jedenfalls denen, die sich nicht die Möwen aus der Luft schnappen.
Weiter geht es unter Motor durch die Bucht. Getränke werden angeboten und belegte Brote. Einmal noch verlangsamen wir die Fahrt für einen neuerlichen Seebär-Besuch; ein jüngeres Tier kommt an Bord, wird aber sogleich von einem größeren Bullen vertrieben, der die Gäste am Heck mit seiner plötzlichen Ankunft erschreckt.
Da! Kurz zeigt sich ein Tümmler ganz nahe am Boot. Wir bleiben jedoch nicht lange -- nahe einem Flach tiefer in der Bucht sollen sich noch mehr von diesen aufhalten.
Auf dem Weg dorthin werden Fleisch- und Fischhäppchen serviert -- und Jede Menge Austern. Neugierig probiert Carl den salzig-milden Schwabbel, Luis zeigt weniger Mut.
Schließlich entschließt sich der Skipper, das Segelboot auch als solches zu nutzen. Der Motor verstummt und raumschots geht es zurück zum Anleger. Wir bekommen noch einmal Besuch von einem Seebären, nachdem die Segel umständlich und wenig gekonnt geborgen wurden -- merke: Beim Bergen der Rollfock Schot fieren! -- dann stehen wir wieder an Land und werden von einem neugiereigen Pelikan begrüßt.
Zurück in Swakopmund besichtigen wir zusammen mit Kurt die alte Landungsbrücke. Hier an der Küste sorgt die von Süden kommende Benguela-Strömung nicht nur für eisiges Wasser -- 15 Grad sollen es heute sein -- sondern auch für einen streifen diesiger Wolken über der Küste. Dazu bläst ein kalter Wind und vertreibt uns schon bald von der langen Holzkonstruktion. Wir marschieren an altem Amtsgericht und Leuchtturm zur Mole, wo gerade Hüpfburgen abgebaut werden, sehr zu Luis und Carl Enttäuschung. Morgen weerden wir früher mit ihnen herkommen, versprechen wir.
Abendessen gibt es im Lighthouse Pub and Restaurant -- wo wir aber nicht wieder hin müssen; Erikas Muscheln sind geradezu hart gekocht, alles wirkt ein wenig schmuddelig. Dafür entschädigt der Rückweg an den alten Häusern der Stadt entlang.
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